Geschichte

In einer Nische der nördlichen Randmoräne im Wynental eingebettet, liegt unser kleines Dorf. Wenn grosse Dichter von der Schönheit des Kleinen, Bescheidenen sprechen, so trifft das für Leimbach in besonderer Weise zu. Wir haben weder Kirche noch Schloss die Besucher anlocken könnten, nicht einmal einen ehrwürdigen Platz, über den in Geschichtsbüchern zu lesen wäre. Dass trotzdem ein Dorf entstand - das kleinste im Bezirk - mag daran liegen, dass schon die Vorfahren wussten, wo es sich gut wohnen lässt. Die würzige Luft vom nahen Wald und die herrliche Rundsicht mag sie bewogen haben, ihre Wohnstätten hier zu gründen.

Der Ortsname ist alemannischen Ursprungs, lautete "Leim-bah" (Lehm-Bach) und stammt vom althochdeutschen "Leim", was Schlamm oder Lehm bedeutet.

Flurnamen wie "Weinreben", "Rebäcker" und "Obere Reben" deuten darauf hin, dass am steilen Hang in früheren Zeiten Rebbau betrieben wurde. Notizen über die Güte des Weines fehlen allerdings. Hingegen soll, boshaften Unterstellungen nach, die Obrigkeit den Rebbau in Leimbach verboten haben, nachdem durch eine Traubenbeere, die unter das Rad des Trottenwagens geraten war, in dem auf der gegenüberliegenden Talseite gelegenen Gontenschwil, eine Kuh ein Auge verloren habe.

Die Flurbezeichnung "Bleicheacker" weist auf frühere Heimarbeit in der Hausweberei hin. Nach dem Zusammenbruch der Baumwoll-industrie in der Region, wandte man sich der neu aufgekommenen Tabakindustrie zu. In vielen Häusern rollten flinke Hände Zigarren und Stumpen. Mit der zunehmenden Mechanisierung der Stumpen-fabrikation und veränderten Rauchergewohn-heiten ist diese Art Heimarbeit ganz verschwunden.

Den Kleinbauern erging es nicht besser. Nach und nach mussten sie ihre Existenz aufgeben und ihr Brot in der Fabrik verdienen. Heute besorgen sieben existenzfähige Landwirtschaftsbetriebe die rund 90 Hektaren Kulturland.

Besonders stolz ist man in Leimbach auf das dem aargauischen Heimatschutz gehörende Strohdachhaus auf dem Seeberg, einem Weiler oberhalb  des Dorfes. Bei dem Haus handelt es sich um einen Ständerbau mit Hochstüden unter Strohdach, Fenstern mit Butzenscheiben über profilierten Brüstungs-balken. Die Chemihutte über dem Herd, in der früher Würste und Speck geräuchert wurden, besteht aus lehmüberzogenem Rutengeflecht. Über dem Tennstor ist in einem Balken die Jahrzahl 1783 eingeschnitzt. Das Haus ist als kleines Museum ausgebaut worden. Alte Geräte, wie Aargauerpflug, Holzeggen und Haushaltgerätschaften lassen die frühere Dorfkultur erkennen.